Hochzeitsjubiläen und -bräuche
HOCHZEITSJUBILÄEN
Eheschließung |
Weiße Hochzeit |
HOCHZEITSBRÄUCHE
Eheglück
Betreten Braut und Bräutigam beide Standesamt oder Kirche mit dem rechten Fuß, steht dem Eheglück nichts mehr im Weg!Außerdem verhilft zu harmonischer Zukunft:
- während der Trauung gemeinsam in die Traukerze schauen,
- niemanden zwischen sich treten lassen, wenn man als frischgebackenes Ehepaar Kirche oder Standesamt verlässt
- als Braut am Hochzeitstag ein paar Tränen zu vergießen ...
Junggesellenabschied
Der Junggesellenabschied ist eine Tradition aus England ("Stag Night") und wurde früher beim Vater des Bräutigams abgehalten. Die Männer der beiden zu vereinigenden Häuser prüften damals auf das Genaueste, ob sich der Bräutigam mit seinen ehelichen Pflichten auskennt. In feinster Festtagskleidung wurden dabei Ansprachen von den Familienoberhäuptern abgehalten. Der Brauch des Bräutigams, mit Freunden den Abschied vom bisherigen Junggesellendasein ausgelassen zu feiern, wurde erst in neuerer Zeit in Deutschland eingeführt. Dies ist "offiziell" die letzte Möglichkeit noch einmal - ohne Erlaubnis - "einen richtig drauf zu machen" vor dem neuen Lebensabschnitt, den man dann gemeinsam mit seinem Partner geht. Der Fantasie bei diesen überwiegend feucht fröhlichen Treiben sind dabei keine Grenzen gesetzt. Am selben Abend zieht auch oft die Braut mit ihren Freundinnen zum "Jungesellinnenabschied" los. Ein Zusammentreffen mit dem anderen Tross sollte vermieden werden.Polterabend
Der Polterabend ist ein sehr alter Brauch, der vermutlich noch aus vorchristlichen Zeiten stammt. Das lärmende Zerschlagen von Porzellan und Steingut vor dem Brauthaus sollte früher die Unglück bringenden bösen Geister vertreiben. Weil Glas ein Symbol für Glück ist, das ja gerade in der zukünftigen Ehe ganz bleiben soll, darf kein Glas zerworfen werden, denn Glas zerschlagen bedeutet Glück zerschlagen (zerbrochenes Glas bringt sieben Jahre Unglück). Anschließend ist es Aufgabe des Paares, gemeinsam die Scherben zusammenzukehren, was dem Versprechen gleichkommt, auch in der Ehe alles gemeinsam zu machen und Probleme gemeinsam zu lösen. Traditionell findet der Polterabend am Tag vor, bzw. einige Tage vor der Trauung statt. Die ist umso ratsamer, da es häufig bei einem Polterabend feucht-fröhlich zugeht.Brautschuhe
In früheren Zeiten waren viele Leute sehr arm und mussten für die Aussteuer jeden Pfennig dreimal umdrehen. Ihren Fleiß und ihre Sparsamkeit bewies die Braut, indem sie ihre Brautschuhe mit oft jahrelang gesammelten Pfennigen bezahlte. Für den Ehemann waren diese Tugenden wie eine Garantie für eine sparsame und treue Ehefrau. Heute wird dieser Brauch mit Euro-Cents fortgeführt. Während der Hochzeitsfeier gibt es den Brauch der Brautschuhversteigerung. Der Braut wird ihr Schuh "entwendet". Anschließend wird der Schuh unter den Hochzeitsgästen symbolisch versteigert. Dabei legen die Gäste ihre Gebote in den Brautschuh. Zum Schluss ersteigert der Bräutigam den Schuh samt den bis dahin eingeworfenen Beträgen. Das Geld bleibt beim Brautpaar, der Bräutigam gibt den Schuh an seine Braut zurück.Hochzeitskleid
Die traditionelle Farbe "weiß" steht symbolisch für Reinheit, Vollkommenheit, Freude und Festlichkeit. In einigen Gegenden ist es Brauch, aus dem Brautkleid später das Taufkleid für den Nachwuchs zu nähen. Zum Thema Hochzeitskleid gibt es viele "Regeln":- Der Bräutigam darf das Brautkleid vor der Hochzeit nicht zu Gesicht bekommen, denn das würde kein Glück bringen.
- Ein selbst genähtes Brautkleid bringt dem Aberglauben nach Unglück: "So viele Stiche, so viele Tränen", sagt der Volksmund.
- Das Kleid sollte viele Knöpfe haben, denn jeder Knopf steht angeblich für ein Le-bensjahr der Braut!
- Unglück bringt es, wenn das Hochzeitskleid zu früh fertig wird: also am Tag der Trauung noch mal ein Röschen oder eine Schleife annähen oder einen funkelnden Glücks-Cent in den Kleidsaum einnähen.
- Nie darf die Freundin den Brautschleier tragen, denn dann wird sie den Bräutigam verführen!
"Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues und einen Glückspfennig im Schuh."
Ein aus England stammender Brauch hat sich auch in Deutschland zu einer beliebten Tradition entwickelt. Danach soll die Braut zu ihrer Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues bei sich tragen und in ihre Kleidung integrieren.- etwas Altes steht für das bisherige Leben der Braut vor der Ehe (Beispiel: ein altes Schmuckstück) (Übersetzt: "Alt wie die Welt")
- etwas Neues steht als Symbol für das beginnende Eheleben der Braut (Beispiel: das neue Brautkleid) (Übersetzt: "Neu wie der Tag")
- etwas Geliehenes steht für Freundschaft und soll Glück in der Ehe bringen, die Braut leiht sich etwas von einer glücklich verheirateten Freundin (Beispiel: ein besticktes Taschentuch) (Übersetzt: "Geborgt wie das Leben")
- etwas Blaues als Zeichen der Treue (Beispiel: das blaue Strumpfband und nicht der angetrunkene Ehemann) (Übersetzt: "Blau wie die Treue")
- ein Glückspfennig, bzw. -cent im Schuh als Zeichen des Wohlstands.
Kränzen
In einigen Gegenden ist es üblich, dass die Nachbarn am Abend vor der Hochzeit einen aus Tannenzweigen geformten Kranz über der Hauseingangstür des Brautpaares anbringen. Dabei wird dieser von den Nachbarinnen gefertigt (bzw. gekauft) und mit selbstgefertigten weißen (Papier)blumen dekoriert. Das Anbringen des Kranzes ist Aufgabe der männlichen Nachbarn des Brautpaares. Nach dem Anbringen werden die Nachbarn durch das Brautpaar zu einem Umtrunk eingeladen.Reis werfen
Oft wird das Brautpaar, während es nach der Hochzeitszeremonie aus der Kirche kommt, mit Reis beworfen, neuerdings aber auch mit Konfetti. Dies steht für den Wunsch nach einer fruchtbaren und kinderreichen Ehe. Durch den weitverbreiteten Glauben, dass ungekochter Reis im Magen von Vögeln aufquellen würde, wird der Reis heute oft durch helles Vogelfutter oder Getreide ersetzt. Dieser Gedanke hat sich aber bereits als falsch erwiesen. Aus moralischen und solidarischen Gründen, und um nicht den Unmut des Standesbeam-ten oder Pfarrers heraufzubeschwören, sollte vorher das Vorhaben abgesprochen werden. Es bestehen heutzutage oft gerechtfertigte Bedenken gegenüber dem Brauch mit Nahrungsmitteln zu werfen obwohl in vielen Teilen der Welt gehungert wird. Auch wegen der Verunreinigung und Rutschgefahr und damit verbundener Unfallgefahr bestehen oft Vorbehalte. Am Eingang einiger Kirchen und Standesämter stehen gar Hinweisschilder, dass man dergleichen aus den genannten Gründen besser unterlässt. Deshalb entscheiden sich einige Hochzeitsgesellschaften dafür, allen Gästen beim Ver-lassen der Kirche kleine Seifenblasen-Fläschchen zu überreichen. Die Gäste pusten Sei-fenblasen, während das Brautpaar die Kirche verlässt. Auf diese Art kann das Brautpaar umweltbewusst und dekorativ begrüßt werden. Die Seifenblasen werden dabei als Symbol für die Träume und Wünsche des Brautpaars gesehen, die in Erfüllung gehen sollen. Manchmal lässt man auch mit Helium gefüllte Luftballons (meist in Herzform) steigen, die mit dem Namen und der Anschrift des Brautpaars versehen sind. Die Empfänger oder zufälligen Finder der Luftballons können dann dem Paar Glückwünsche schicken. Den gleichen Hintergrund, nämlich reichen Kindersegen zu erbitten, verfolgt auch die Tradition der Blumenkinder, Blütenblätter vor das Brautpaar zu streuen oder eine Storchimitation auf dem Hausdach der Frischvermählten anzubringen.Brautstrauß (werfen) / Blumenschmuck
Blumenschmuck zur Hochzeit gab es durch alle Zeiten. Der Brautstrauß, wie er heute noch Verwendung findet, tauchte das erste Mal in der Renaissance auf und diente einem sehr praktischen Sinn. Durch die damals übliche vernachlässigte Körperhygiene und den oftmals exzessiven Einsatz von Weihrauch herrschte während einer Hochzeit in der Kirche im Sinne des Wortes 'dicke Luft'. Die Brautsträuße der Renaissance waren reine Duftsträuße, die durch ihren intensiven Geruch die Braut vor Ohnmachtsanfällen während der Trauung bewahren sollten. Traditionell ist es die Aufgabe des Bräutigams, den Brautstrauß zu besorgen. Diesen ü-berreicht er dann vor oder in der Kirche seiner Braut. Um Mitternacht, da dann der Hochzeitstag (meistens nicht die Feier) beendet ist, existiert der Brauch des Brautstraußwerfens. Es versammeln sich alle unverheirateten Frauen hinter der Braut. Diese wirft den Brautstrauß blind in die Menge. Diejenige unverheiratete Frau, die den Strauß fängt, wird als nächste heiraten.Strumpfband werfen
Der Bräutigam nimmt seiner Braut vor aller Augen das Strumpfband ab und wirft es unter die versammelten Junggesellen: wer es fängt, heiratet als nächster"Hindernisse aus dem Weg räumen
Im Anschluss an die Trauungszeremonie spannen Freunde des Bräutigams ein Seil vor das Kirchenportal. Der Bräutigam muss sich mit einem kleinen Obolus von seinen Ju-gendsünden freikaufen, erst dann darf er über das Seil steigen. Ein weiterer Brauch ist es, nach der Trauung entweder vor dem Standesamt beziehungs-weise der Kirche oder vor der gemeinsamen Wohnung den Weg mit einem Baumstamm zu versperren. Dieser muss vom Brautpaar gemeinsam zersägt werden. Man verwendet dafür eine Schrotsäge, bei der es darauf ankommt, stets abwechselnd zu ziehen, damit sie sich nicht verklemmt. Dieser Brauch steht für die gemeinsame, gleichberechtigte Arbeit, die das Brautpaar in ihrer Ehe versuchen möchte. Er symbolisiert die notwendige Balance von Reden und Hören, von Aktivsein und Seinlassen und die notwendige Aufmerksamkeit für die jeweiligen Bedürfnisse des Partners.Dosen hinter dem Brautauto
Häufig wird auf den Fahrten nach der Hochzeit das Brautpaar von einem Autokorso begleitet. Dabei hupen die begleitenden Autos um Aufmerksamkeit für das Brautpaar zu erlangen oder an dem Auto, in dem das Brautpaar sitzt, werden Blechdosen angebunden, die beim Fahren laut scheppern. Jetzt wird sicherlich niemandem mehr entgehen, dass hier ein frisch verheiratetes Paar unterwegs ist. In manchen Gegenden (in Norddeutschland Schatten genannt) ist es auch üblich, den Autokorso auf dem Weg von der Trauung zur Feier anzuhalten und Wegezoll zu verlangen. Dieser Zoll wird üblicherweise mit Schnaps oder anderen hochprozentigen Alkoholika beglichen, die an die am Weg Stehenden ausgegeben und mit den Brautleuten gemeinsam getrunken werden, bevor diese die Fahrt fortsetzen können. In Altbayern machen dies traditionell die Kinder des Dorfes oder die Ministranten bei der Hochzeit. Hierbei wird von jedem Hochzeitsgast etwas Geld hergegeben. In neuerer Zeit verbreitet sich der Brauch für die Brautleute ein besonderes Auto zu verwenden, etwa einen Sportwagen, eine luxuriöse Limousine oder einen Oldtimer. Oft werden diese Wagen mit Blumen oder Schleifen besonders geschmückt.Schleier - Schleiertanz
Der weiße Brautschleier der Braut stand ursprünglich für deren Jungfräulichkeit. Früher war dies auch der einzige weiße Bestandteil der Hochzeitsgarderobe der Braut. So wurde im bäuerlichen Umfeld in der Sonntagsgarderobe geheiratet. Traditionell war diese schwarz. Erst später wurde die Farbe des Kleides ebenfalls weiß. Um Mitternacht war die Braut keine Braut, sondern nunmehr Ehefrau. Deshalb wurde dann der Schleier abgenommen. Dieser Brauch existiert noch heute. Oft erfolgt um Mitternacht ein Schleiertanz. Wie ist die Vorgehensweise? Die Braut löst ihren Schleier. Ihr werden die Augen verbunden und ihre unverheirateten Freundinnen tanzen um sie herum. Die Braut versucht einer ihrer Freundinnen den Schleier aufzusetzen. Nächste Braut wird diejenige, bei der es ihr gelingt, den Schleier aufzusetzen. Alternativ wird ihr der Schleier beim Tanz geraubt und zum Zerreißen freigegeben. Die Einzelteile werden dann an die Brautjungfern & weiblichen Hochzeitsgäste verteilt, die vom Segen des Brautpaares profitieren sollen. Wer das größte Stück des Schleiers er-wischt hat, soll, gemäß dem Brauch, die nächste Braut sein.Versteigerung
Nicht nur wegen der willkommenen Abwechslung, sondern auch um dem Brautpaar eine kleine finanzielle Starthilfe zu geben, wird zu später Stunde eine Auktion durchgeführt. Meistens sind es die Brautschuhe oder kleine Accessoires die unter den Hammer kommen. Je nach Versteigerungsvariante des Auktionators und dem Ansporn der Gäste können so schon nennenswerte Beträge zusammenkommen.Hochzeitstorte
wird vom Brautpaar gemeinsam angeschnitten. Dies ist die erste Aufgabe, die das Brautpaar gemeinsam meistern muss. Beim gemeinsamen Anschneiden der Torte gilt, dass derjenige das Sagen in der Ehe hat, der seine Hand über die Hand des anderen am Messer hält. Das erste Stück füttert sich das Brautpaar gegenseitig und das letzte Stück Torte wird eingefroren und bei der Taufe des Nachwuchs verzehrt.Braut über die Schwelle tragen
Da man früher glaubte, die bösen Geister haben sich unter der Türschwelle eingenistet und wollen die Braut zum stolpern bringen, musste beim Betreten der gemeinsamen Wohnung der junge Ehemann seine Angetraute über die Schwelle tragen. Heutzutage wird in diesem Brauch das Versprechen gesehen, die junge Ehefrau künftig zu verwöhnen. Viele Ehemänner meinen jedoch, damit einen Herrschaftsanspruch in der Ehe anmelden zu können. Eine weitere Deutung ist - jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt.Streiche
In manchen Gegenden ist es auch Brauch, dem Brautpaar einen Streich in dessen Wohnung zu spielen.- Gegenstände der Wohnung werden versteckt oder umgeräumt. Zum Beispiel Konservendosen ins Badezimmer, Bücher vom Wohnzimmer in andere Räume.
- Einfrieren des Schlafzimmerschlüssels. Den "Weg" von der verschlossenen Schlafzimmertür bis zur Gefriertruhe wird mit Aufgaben versehen, die zuerst zu lö-sen sind.
- Verstecken von mitgebrachten Weckern, die auf nächtliche Uhrzeiten programmiert sind.
- Hartkochen von Eiern im Kühlschrank, Vertauschen von Salz und Zucker
- Mit Wasser gefüllte Pappbecher versperren den Zugang zur Wohnung (Treppen-haus) oder zu Zimmern (Bad/Schlafzimmer).
- Herausdrehen aller Lampen und Sicherungen
- Schlafzimmer präparieren z.B. mit Luftballons füllen, mit Kronenkorken / Flaschendeckeln das Bett sowie den Boden verzieren
- Inserat in die Lokalzeitung setzen, man habe etwas günstig abzugeben, so dass das verkaterte Ehepaar frühmorgens von Schnäppchenjägern wachgeklingelt wird.